Als Antwort auf den Wandel der Arbeitswelt fordert die SPD-Bundestagsfraktion eine Qualifizierungsoffensive für Deutschland. „Damit die Zukunft allen gehört, müssen wir Beschäftigte schon heute für die Arbeit von morgen qualifizieren“, so Katja Mast. „Strukturwandel betrifft Menschen und ganze Betriebseinheiten. Hier braucht es Sicherheit und kluge Politik. Dafür ist die SPD in dieser Koalition. Sicherheit im Wandel heißt für uns vor allem: Stärkung der Weiterbildung und der Sozialpartnerschaft.“

Dafür hat die SPD-Bundestagsfraktion heute die notwendigen Beschlüsse auf Grundlage der Vorarbeiten von Katja Mast, Sören Bartol und Matthias Miersch gefasst. Das kommende Jahrzehnt sei laut Mast ein Jahrzehnt der Transformation. Klimawandel, Digitalisierung und technologischer Wandel, Demografie und gesellschaftlicher Wertewandel verändern unser Leben und unsere Arbeit in rasanter Geschwindigkeit. Vor allem der technologische Wandel spiele mit Blick auf die Region eine große Rolle.

„Baden-Württemberg ist vom Wandel stark betroffen. Wir haben viel Industrieproduktion und fertigungstechnische Berufe, die ein besonders hohes Risiko aufweisen, durch Computertechnologien ersetzt zu werden“, so Mast. „Das trifft im Ländle auf mehr als ein Viertel der Beschäftigten zu, im Enzkreis ist der Anteil überdurchschnittlich hoch.“  Mit dem Qualifizierungschancengesetz des letzten Jahres wurden laut Mast bereits die ersten Weichen gestellt, die Qualifizierungsoffensive sei der nächste Baustein.

„Die Menschen erwarten, dass wir unsere wirtschaftliche Leistungsfähigkeit erneuern und den Wandel sozial und ökologisch gestalten. Gut, dass Hubertus Heil mit dem „Arbeit-von-morgen“-Gesetz vorausschauend Beschäftigte unterstützen will“, so Mast. „Ein Recht auf Arbeit in einem Sozialstaat als Partner ist für uns der nächste logische Schritt.“ Mit den Maßnahmen wolle man schnell, flexibel und unbürokratisch Weiterbildungsförderung für die Beschäftigten und für die Unternehmen organisieren.

Diesen Handlungsbedarf hätten im Juni mehr als 50.000 Menschen bei der #FairWandel-Kundgebung der IG Metall deutlich gemacht.

Laut der 1. Bevollmächtigten der IG Metall Pforzheim, Liane Papaioannou, waren auch viele Menschen aus der Region vor Ort: „Aus unserer Region sind annähernd 200 Menschen nach Berlin gefahren, weil sie sich Sorgen um ihre Arbeit in der Zukunft machen. Die Digitalisierung von Arbeitsprozessen und auch der Mobilitätswandel werden schon jetzt von Arbeitgebern als Argumente angeführt, um Maßnahmen wie Verlagerungen und damit einhergehenden Personalabbau anzukündigen. Insbesondere in Pforzheim, dessen verhältnismäßig hohe Arbeitslosenquote ohnehin problematisch ist,  kann keinem daran gelegen sein, dass Arbeitsplätze vor allem aus dem industriellen Sektor verlagert werden“, so Papaioannou.

Um auch die Interessenvertretungen handlungsfähig zu machen, habe die IG Metall Pforzheim unter anderem ein Tagesseminar für Betriebsräte im future work lab am Fraunhofer Institut in Stuttgart organisiert und baue darauf eine weiterführende Qualifikation auf. Dass sich jedoch allein die Arbeitnehmerseite einbringe, reiche in den meisten Fällen nicht aus.

„Die IG Metall fordert daher mehr Mitbestimmung, im Betrieb, ob bei Fragen der Qualifizierung und Personalentwicklung, in Phasen betrieblicher Veränderungsprozesse oder bei Ausgliederungen und Standortfragen“, so Papaioannou. „Hier ist die Politik gefordert. Gerade auch bei der Umsetzung des Qualifizierungschancengesetzes, das aus Sicht der IG Metall der richtige Schritt in die richtige Richtung ist, sind die Arbeitgeber in die Pflicht zu nehmen. Das von uns geforderte Transformationskurzarbeitergeld, dass die Sicherung von Beschäftigung und Qualifizierung vereint, ist meines Erachtens ein unerlässliches Teilstück um den Wandel positiv zu bewältigen.“

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