Auf Initiative von SPD-Bundestagsabgeordneter Katja Mast hat am Donnerstag ein Spitzengespräch zu den Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie stattgefunden.

Kein geringerer als EU-Sozialkommissar Nicolas Schmit hat sich in einer Videokonferenz persönlich über die Situation bei Müller Fleisch Birkenfeld und den Umgang vor Ort damit informiert.

Teilnehmer des Spitzengesprächs waren Landrat Bastian Rosenau, der agrarpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Jonas Weber und die SPD-Fraktionssprecherin aus Pforzheim Jaqueline Roos. Schmit dankte zu Beginn Mast für die Initiative und insbesondere ihren jahrelangen Einsatz für bessere Arbeitsbedingungen.

„Was wir in Deutschland in der Fleischindustrie erleben passt nicht zu einem Sozialen Europa. Es findet ein Wettbewerb zu niedrigsten sozialen Standards statt. Das kann so nicht weitergehen.

Wir erleben einen minimalen Respekt vor Menschen und Tieren. Ich werde alles tun, was auf europäischer Ebene möglich ist, um das zu beenden“,  so der Kommissar für Beschäftigung und soziale Rechte.

Landrat Rosenau betonte den Gedanken der Europäischen Solidarität.  „Wir können die Menschen nicht sich selbst überlassen. Das geht einfach nicht.“ Er legte zudem dar, warum der Betrieb nicht geschlossen wurde.

Mast unterstrich erneut, dass Müller Fleisch alle Kosten übernehmen müsse. „Man kann es nicht oft genug sagen. Wer das Geld verdient, kann sich bei Folgekosten für Quarantäne und Testungen nicht weg ducken“, so die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion.

Weber unterstützte den Kommissar dabei, das Geschäftsmodell europaweit zu beenden. „Wir haben es mit einem europäischen Markt zu tun. Wichtig ist uns aus Landessicht, dass wir mobile und örtliche Schlachthäuser stärken“, so Weber.

SPD-Fraktionssprecherin Jaqueline Roos sprach sich dafür aus, „dass bei den Unterkünften noch genauer hingeschaut wird.“ Das sei viel zu lange unter Radar geflogen, so Roos. Schmit versprach, auch nach Corona am Thema dran zu bleibe. „Mir ist  sehr wichtig, mich mit den Beteiligten vor Ort auszutauschen. Die Informationen sind sehr wichtig für mich. Großer Dank an Frau Mast, dass sie uns zusammen gebracht hat“, so Schmit.

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