SPD-Bundestagsabgeordnete Katja Mast hat sich „zurückhaltend“ zu aktuellen Aussagen von Ministerpräsident Winfried Kretschmann zur Frage der Quarantänekosten im Zuge der Corona-Infektionen bei Müller Fleisch während seines Besuchs im Enzkreis geäußert. Sie erwarte, „dass noch ein dickes politisches Brett gebohrt werden muss.“ Mast erneuerte ihre Forderung, dass das Unternehmen jeden Euro und Cent zu tragen habe. 

„Ich bin ja schon froh, dass sich der grüne Ministerpräsident endlich mal zum Thema äußert. Seine Haltung zu den Lebens- und Arbeitsbedingungen der Beschäftigten bleibt weiter verborgen“, so die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion. Das gelte auch für politischen Handlungsbedarf in der bundesdeutschen Fleischindustrie insgesamt. 

„Ich stelle fest: Der grüne Ministerpräsident hat nichts zu sagen, wenn es um die Skandale in der Fleischindustrie geht. Er zeigt noch nicht einmal Empathie für die 400 Menschen, die bei Müller Fleisch mit dem Virus infiziert waren. Ein Chef bei dem die Richtung unklar ist, ist ein schlechter Chef“, so Mast. Dass CDU-Agrarminister Hauk ein „politischer Totalausfall“ sei und der grüne Sozialminister Lucha sich wenig mit den Ereignissen befasse, sei, so Mast, mehr als offensichtlich.

„Die Menschen hier im Enzkreis dürfen nicht diejenigen sein, die die Zeche zahlen. Ich sehe hier an erster Stelle Müller Fleisch in der Verantwortung. Und es wäre mehr als angebracht, dass sich die Landesregierung endlich kümmert und zum Arbeitsschutz positioniert. Punkt“, so Mast.

Die jüngste Ankündigung von Müller Fleisch bezeichnete Mast als, „Beweis dafür, was viele Menschen aus der Region gemeinsam bewirken können.“ Gleichwohl sehe sie die ersten Schritte ausschließlich bei Werkverträgen. „Unser Ziel ist und bleibt klar: Wir sehen die unternehmerische Verantwortung darin, dass alle Beschäftigten einen Arbeitsvertrag mit dem Inhaber haben“, so Mast, die derzeit in Berlin die letzten Details des Arbeitsschutzkontrollgesetzes verhandelt. 

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