Gelernter Maurer, Fahrer bei der Müllabfuhr, Betriebsrat und von 2002 bis 2013 Bundestagsabgeordneter. Nun ist Anton „Toni“ Schaaf vollkommen unerwartet im Alter von 58 Jahren gestorben. Ein Nachruf

Es gibt Tage, an denen würde man das Leben am liebsten einfach anhalten, oder es einfach vorbeiziehen lassen. Am Montag war einer dieser Tage. Völlig unerwartet ist Anton Schaaf verstorben. Toni, wie ihn alle nannten. Eine anständige und ehrliche Haut – als Mensch und als Politiker. Ein Sozialdemokrat durch und durch. Ein Mensch mit einem beeindruckenden Leben. Aber in erster Linie ein feiner Mensch, der nie an sich, sondern immer an alle gedacht hat. Ein Familienmensch, der für seine Liebsten immer alles gegeben hat. Wo sie waren, war auch er.

Er war da, wenn er gebraucht wurde

„Intelligenz hat halt zunächst nichts mit dem Schulabschluss zu tun“, ist einer seiner Sätze, die zeigen, wie er die Welt gesehen hat. Toni war einer, der sich nach oben geschafft hat. Für andere, nicht für sich. Gelernter Maurer, Fahrer bei der Müllabfuhr, Betriebsrat und von 2002 bis 2013 Bundestagsabgeordneter. Die Menschen in seinem Wahlkreis Mühlheim an der Ruhr mochten ihn. Sie gaben ihm ordentlich Rückenwind.

Eine Biographie, die uns in der SPD-Bundestagsfraktion und als SPD sehr gut zu Gesicht gestanden hat. Toni war kein Feigenblatt, sondern jemand, dem man mit hohem Respekt begegnet ist. Er war geprägt von einer bodenständigen Lebenserfahrung mit Haltung, die ihn getragen und von der wir alle nur profitieren konnten. Was er beispielsweise als rentenpolitischer Sprecher geleistet hat, wird für immer bleiben.

„Ich will doch schließlich was bewirken“, war so ein weiterer Satz von ihm. Er war da, wenn er gebraucht wurde. Wenn es bei politischen Verhandlungen zur Sache ging, um ein gutes Gespräch bei einem Bier oder zuletzt um vollen Einsatz für die SPD im Kommunalwahlkampf in seiner Heimat Mülheim ging.

Politik als Lebensaufgabe

Politik war für ihn eine Lebensaufgabe. Ob bei den Falken, im Stadtrat in Mülheim oder von 2016 bis 2018 als Vorsitzender des SPD-Kreisverbandes Karlsruhe-Land. „Was liegt an?“ Ärmel hochgekrempelt und los ging’s. Egal, wo und egal um wieviel Uhr. So war er. Und wenn er eine Runde entspannen wollte, ging er in die Berge, zum Fußball oder werkelte irgendwas am Haus.

Jetzt ist er nicht mehr da. Einfach so. Das ist schwer. Er hat mal über sich gesagt: „Ich bin nicht so vermessen zu sagen: Das ist mein Werk. Es sind immer viel zu viele Menschen beteiligt, es muss heißen: das ist unser Werk.“

Mach’s gut Toni!

Das war zu früh. Eindeutig. Du warst ein toller Freund und Ratgeber. Du warst hoch-geschätzt, weit über Parteigrenzen hinaus. Was Du geschaffen hast, bleibt. Wir verneigen uns vor Deiner Lebensleistung. Für uns geht’s weiter. Auch, weil Du so viel Gutes geschaffen und gegeben hast.

Wir sind traurig. Unser tiefes Mitgefühl gilt Monika und Deinen Kindern.

Katja Mast, Sonja Steffen, Stefan Schwartze und Arno Klare

Der Nachruf wurde von vorwaerts.de veröffentlicht.

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