SPD-Bundestagsabgeordnete und Fraktionsvizin Katja Mast hat mitgeteilt, dass die Übernahme von Quarantänekosten durch das Land in Folge der Corona-Infektionen bei Müller Fleisch bei ihr, „einen ziemlich faden Beigeschmack“ hinterlasse. Sie habe als erste die Position vertreten, dass die Verursacher auch die Rechnung zu begleichen hätten. Bei dieser „politischen Haltung“ bleibe sie unabhängig vom jetzt bekanntgewordenen Ergebnis. „Für den Enzkreis freue ich mich, für die Bürgerinnen und Bürger nicht.“ Jetzt zahle zwar das Land, das Geld komme aber immer noch aus dem Steuertopf und nicht von der Firma.

„In der deutschen Fleischindustrie werden enorme Profite erzielt. Die Corona-Infektionen hatten etwas mit dem bis dato praktizierten Geschäftsmodell zu tun. Insofen muss die Rechnung an die richtige Stelle und dort auch beglichen werden“, so Mast. Die grün-schwarze Landesregierung habe sich, so Mast, in Puncto Müller Fleisch wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert.

„Dass sie jetzt scheinbar zahlt, ist das Mindeste. Dass mit dem jetzigen Weg in Wahrheit die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler die Zeche begleichen, ist ein Fakt, den es sehr offen anzusprechen gilt“, so Mast, die bundesweit dafür gesorgt hat, dass sich die Arbeitsbedingungen in der deutschen Fleischindustrie nach massiven Corona-Ausbrüchen fundamental ändern.

Es sei gut, dass sich jetzt auch abzeichne, dass der Enzkreis nicht auf den Kosten sitzen bleibe. „Das wäre wirklich unverantwortlich. Der Enzkreis hat bundesweit als erste Verwaltung einen so enormen Corona-Ausbruch in der Fleischindustrie gemanagt. Ich finde: Vorbildlich. Und zwar für uns alle. Mir war von Beginn an wichtig, eng im Austausch zu bleiben“, so Mast.

„Wir sind mit dem Thema Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie auch noch lange nicht durch. Derzeit läuft die Tarifrunde in der Branche. Ich für meinen Teil stehe dazu, dass die Produktion von Fleisch und die Verarbeitung zu fairen Bedingungen ablaufen muss. Ich würde es ausdrücklich begrüßen, wenn es endlich zu ordentlichen Tarifstrukturen in der Branche käme. Auch hier nehme ich Müller Fleisch nicht als Treiber von positiven Veränderungen wahr“, so Mast.

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