SPD-Bundestagsabgeordnete und Fraktionsvizin Katja Mast hat die Situation in Afghanistan als „entsetzlich“ bezeichnet. „Ich bin wirklich fassungslos. Es ist unerträglich, was sich dort abspielt. Oberste Priorität hat jetzt, so viele Menschenleben als möglich zu retten.“

Es sei nicht von der Hand zu weisen, dass massive Fehler gemacht wurden. Diese müssten aber zu gegebener Zeit an gegebenem Ort aufgearbeitet werden. „Das gehört in den Bundestag. Schließlich haben wir eine Parlamentsarmee. Dazu stehe ich uneingeschränkt“. Sie glaube den Taliban, so Mast, keine Silbe.

„Derzeit läuft eine große Rettungsaktion für deutsche Staatsbürgerinnen und Staatsbürger, die sich noch in Afghanistan befinden. Die ersten konnten glücklicherweise bereits ausgeflogen werden. Weitere – natürlich auch Ortskräfte aber auch bedrohte Aktivisten für Frauen- und Menschenrechte – werden folgen. Ich bin unseren Soldatinnen und Soldaten und allen Beteiligten dankbar. Sie setzen ihr eigenes Leben für uns alle aufs Spiel“, so Mast. Das verdiene den vollen Rückhalt.

Mast räumt ein, dass in Afghanistan Fehler gemacht wurden. „Wer mich kennt weiß, dass ich wenig davon halte, jetzt schnell mit dem Finger auf alle und alles möglich zu zeigen. Die Analyse ist für schnelle Antworten zu komplex. Und es hilft keiner einzigen Frau und keinem Kind, wenn wir uns jetzt politisch zerlegen – das empfehle ich allen die gerade parteipolitische Schuldzuweisungen machen. Jetzt zählt staatspolitische Verantwortung“, so Mast. Sie rief alle politischen Parteien auf, „sich keinen schlanken Fuß zu machen.“ Für sie sei, so Mast, völlig klar, dass jetzt umfangreich Hilfe angesagt sei.

Mast äußert sich auch zu ihrem eigenen Abstimmungsverhalten zu den Afghanistan-Einsätzen der Bundeswehr. „Ich habe diese mitgetragen. Nach bestem Wissen und Gewissen. Und nach sehr intensiver, oft tagelanger Abwägung aller Informationen, die ich zum Zeitpunkt der Entscheidung hatte. Und auch nach Gesprächen mit Afghanen selbst – unter anderem in den Fraktionssitzungen. Ich bin da transparent. Ich ducke mich da auch nicht weg“, so Mast. Klar sei, dass jetzt eine völlig andere Lage herrsche und die Geschwindigkeit von allen unterschätzt wurde. „Mir läuft es eiskalt den Rücken runter, wenn ich die Bilder aus diesem geschundenen Land sehen muss. Natürlich haben wir nicht nur gestern spät am Abend in der Führung der SPD-Bundestagsfraktion die weiteren Schritte beraten und werden dies auch fortlaufend tun.“

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