SPD-Bundestagsabgeordnete und Fraktionsvizin Katja Mast hat den erneuten Corona-Appell der Kliniken in Pforzheim und dem Enzkreis „als glasklares Alarmsignal“ bezeichnet. „Ich höre die Warnung sehr deutlich. Und ich hoffe mit mir alle in der Region.“ Sie habe in den letzten Tagen immer wieder mit Verantwortlichen gesprochen – darunter auch direkt mit einem Chefarzt einer Pforzheimer Intensivstation. Danach habe sie, so Mast, „erneut jede Gelegenheit genutzt, zum Impfen aufzurufen und die Situation in den Krankenhäusern zu schildern“. Dass jetzt bereits Patientinnen und Patienten aus der Region verlegt werden müssten, zeige die Dramatik in ganzem Ausmaß.

„Ohne impfen und boostern schaffen wir es nicht, die vierte Welle zu brechen. Und wenn wir es nicht schaffen, muss über kurz oder lang in den Krankenhäusern über Leben und Tod einzelner Patientinnen und Patienten, auch in der Abwägung mit anderen Kranken, entschieden werden“, so Mast. Jede und jeder könne das verhindern.

„Damit die jetzige Situation nicht zur absoluten Tragödie wird, kommt es auf jede und jeden an“, so Mast. Betten oder Beatmungsgeräte seien nicht das Problem. „Die Menschen, die medizinisch versorgen und pflegen, die die Geräte bedienen können und die an der Bettkante stehen und die Hand halten, können kaum noch. Ich schäme mich richtig, was wir Intensivpflegekräften, Ärzten, den Teams in Praxen und insgesamt der Pflege gerade zumuten“, so Mast. Wer wegschaue, oder Corona gar leugne, gefährde massiv den gesellschaftlichen Zusammenhalt und mache Politik auf den Rücken von allen im Gesundheitswesen.

„Wir haben sehr viele Mittel in der Hand, dieses Virus effektiv zu bekämpfen und wir leisten uns jeden Tag neue Inzidenz-Höchstwerte und Todeszahlen. Das tut weh. Das geht auch nicht mehr lange gut“, so Mast. Die deutsche Demokratie funktioniere auch nach dem Mehrheitsprinzip. „Deshalb ist jetzt auch Schluss damit, dass sich hier einige wenige alles herausnehmen, während andere ihre Kontakte einschränken, sich impfen lassen oder alleine zu Hause bleiben müssen. Ganz zu schweigen, was wir Kindern und Jugendlichen zumuten“, so die SPD-Politikerin.

Und wer jetzt frage, was die Politik als nächstes tue, erhalte von ihr sehr gerne eine klare Antwort. „Ich rechne noch vor Weihnachten mit einer Impflicht für alle Beschäftigten in Pflegeheimen, Krankenhäusern und in Bildungseinrichtungen – ich weiß das ist umstritten. Und wir müssen die Regeln – 3G am Arbeitsplatz und im öffentlichen Verkehr, sowie die 2G-Regeln in der Gastronomie – konsequent einfordern. Da ist noch teilweise Luft nach oben. Wir werden sofort mit Übernahme der Regierungsverantwortung einen nationalen Krisenstab einrichten. Und es wird keine Tabus geben. In einem Notstand schließe ich überhaupt nichts mehr aus. Wir werden – erneut – alle Register ziehen müssen“, so Mast. Keiner komme doch mehr an den Warnungen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes oder der Ärztinnen und Ärzte in der Region vorbei. Mast rief alle Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber zudem dazu auf, die neuen Regeln am Arbeitsplatz „mit aller Konsequenz“ umzusetzen.

Sehr schweren Herzens sehe sie gerade auch täglich, wie Weihnachtsmärkte und Termine vor Ort abgesagt werden müssten. „Da geht es mir wie vielen: Vom Verstand her richtig, emotional schwer“, so Mast.

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