Internationaler Frauentag am 8. März | Mast: „Gleichstellung ist kein Symbolthema“

08.03.2026

Anlässlich des Internationalen Frauentags erklärt die SPD-Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesarbeitsministerin: „Gleichstellung ist kein Symbolthema, sondern eine Frage von Gerechtigkeit, wirtschaftlicher Stärke und demokratischer Qualität.“

Trotz Fortschritten sind Frauen und Männer weiterhin nicht gleichgestellt. Frauen verdienen in Deutschland im Schnitt 16 Prozent weniger als Männer – in Baden-Württemberg sogar 20 Prozent. „Wer heute weniger verdient, hat morgen weniger Sicherheit. Deshalb kämpfen wir für faire Bezahlung.“, sagt Mast. „Gerechte Löhne sind keine abstrakte Debatte aus Berlin, sondern entscheiden hier vor Ort in Pforzheim und dem Enzkreis über finanzielle Unabhängigkeit, Altersvorsorge und Zukunftschancen von Frauen.“

„Selbst bei gleicher Arbeit verdienen Frauen im Schnitt noch immer 6 Prozent weniger als Männer. Ein wichtiger Hebel dagegen ist, Tarifverträge zu stärken und genau das haben wir letzte Woche im Bundestag getan. Tarifbindung sorgt für klarere und gerechtere Entgeltstrukturen und damit auch für mehr Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern“, sagt die SPD-Abgeordnete. Mit dem Bundestariftreuegesetz werden große öffentliche Aufträge des Bundes künftig an Unternehmen gehen, die tariflich zahlen.

Gleichzeitig stärken wir die Entgelttransparenz: „Wer Ungleichheit wirksam bekämpfen will, muss sie sichtbar machen, um sie zu beseitigen,“ so Mast. Die Bundesregierung wird bis Juni das Entgelttransparenzgesetz weiterentwickeln, damit Beschäftigte leichter Auskunft über vergleichbare Bezahlung erhalten und Unternehmen stärker in die Verantwortung genommen werden.

Mast betont: „Strukturen ändern sich nicht von allein. Wir müssen sie politisch verändern. Daran arbeite ich seit vielen Jahren.“ Frauen leisten rund 43 Prozent mehr unbezahlte Sorgearbeit, übernehmen den Großteil von Kinderbetreuung und Pflege und arbeiten viermal häufiger in Teilzeit. Mit dem kommenden Schuljahr wird deshalb das Recht auf Ganztagsbetreuung für Erstklässlerinnen und Erstklässler eingeführt und in den nächsten Jahren schrittweise ausgebaut. „Das schafft mehr Wahlfreiheit, besonders für Frauen, die Kinder betreuen, und stärkt die wirtschaftliche Eigenständigkeit.“

Besonders alarmierend ist zudem die Gewalt gegen Frauen: „Jede dritte Frau in Deutschland erlebt körperliche oder psychische Gewalt. Das ist kein privates Problem, sondern eine gesellschaftliche Herausforderung,“ so Mast. Aktuell befindet sich ein Gesetz im parlamentarischen Verfahren, das den Schutz deutlich verbessern soll – mit elektronischen Fußfesseln für Gewalttäter, verpflichtenden Anti-Gewalt-Trainings, besseren Warnsystemen für Betroffene sowie strengeren Sanktionen bei Verstößen gegen Gewaltschutzauflagen. „Das ist ein entscheidender Schritt für mehr Sicherheit. Frauen müssen sich zu Hause wie im öffentlichen Raum sicher fühlen können“, betont Mast. Auch der Ausbau und die Sanierung von Frauenhäusern werden gestärkt: „Allein dafür nehmen wir 150 Millionen Euro in die Hand,“ sagt die SPD-Abgeordnete. Gerade in Pforzheim und im Enzkreis sehen wir, wie wichtig verlässliche Beratungs- und Schutzstrukturen sind. Das Frauenhaus leistet hier tagtäglich unverzichtbare Arbeit. Mast ist unter anderem Schirmherrin und Gründungsmitglied des Fördervereins für das Frauenhaus in Pforzheim.

Mit Blick auf Baden-Württemberg betont Mast, dass Frauen in der Landespolitik weiterhin unterrepräsentiert sind: Im Landtag sind aktuell nur 31,8 Prozent der Abgeordneten Frauen. „Die SPD-Liste ist paritätisch besetzt, weil wir überzeugt sind: Gleichstellung muss man nicht nur fordern, man muss sie auch machen. Wer Gleichstellung will, muss sie auch wählen.“