Deutscher Bundestag

PISA 2025 | Mast: „Das ist ein bildungspolitisches Alarmsignal“

10.09.2026

Die Ergebnisse der PISA-Studie 2025 zeigen: Der Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen in Deutschland hängt noch stärker von ihrer sozialen Herkunft ab als in der Vergangenheit. Gleichzeitig sind die Leistungen der Schülerinnen und Schüler im Vergleich zu 2022 in Mathematik und Lesen deutlich zurückgegangen. Für Katja Mast ist deshalb klar: Deutschland muss bei den grundlegenden Kompetenzen besser werden und zugleich für mehr Bildungsgerechtigkeit sorgen.

Dazu erklärt die SPD-Bundestagsabgeordnete für die Menschen in Pforzheim und im Enzkreis und Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesarbeitsministerin, Mast: „Mich bewegt vor allem eines: die Bildungschancen eines Kindes hängen viel zu stark davon ab, in welche Familie es hineingeboren wird. Das ist ein bildungspolitisches Alarmsignal. Das dürfen wir nicht hinnehmen. Hinter jeder Zahl dieser Studie stehen Kinder und Jugendliche mit ihren Talenten, ihren Hoffnungen und ihrer Zukunft. Kein Kind darf weniger Chancen haben, nur weil die Voraussetzungen zu Hause schwieriger sind. Herkunft darf kein Schicksal sein.“

Die PISA zeige zugleich, dass Deutschland bei den Grundlagen besser werden müsse. „Lesen, Rechnen und naturwissenschaftliches Verständnis sind entscheidend für den gesamten weiteren Bildungsweg. Wer hier früh den Anschluss verliert, hat es später sehr viel schwerer. Deshalb müssen wir Kinder möglichst früh erreichen und gezielt unterstützen,“ so die SPD-Bundestagsabgeordnete.

„Angesichts dieser alarmierenden Ergebnisse brauchen wir jetzt dringend ein Krisentreffen. Ich selbst bin Bildungsaufsteigerin und weiß, wie entscheidend gute Bildungschancen für den persönlichen Lebensweg sind. Bildungsaufstieg muss auch weiterhin in Deutschland möglich sein. Aus diesen Ergebnissen müssen wir Konsequenzen ziehen. Als Arbeitsmarktpolitikerin erlebe ich häufig konkret, welche Folgen fehlende Bildungschancen haben, wenn Menschen auf soziale Sicherungssysteme angewiesen sind. Gute Bildung kann dem vorbeugen und eröffnet Perspektiven. Deshalb müssen wir Bildung ganzheitlich betrachten. Bund, Länder und Kommunen müssen jetzt gemeinsam Verantwortung übernehmen und an einen Tisch kommen, um konkrete Maßnahmen zu vereinbaren“, so Mast.

 

Für Mast beginnt dieser Auftrag lange vor dem ersten Schultag. Das Bundeskabinett hat Anfang September das neue Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetz für Kitas beschlossen. Von 2027 bis 2034 stellt der Bund dafür rund 9,25 Milliarden Euro zur Verfügung. Geplant sind erstmals bundesweit gemeinsame Qualitätsstandards. Zudem soll der Sprach- und Entwicklungsstand von Kindern spätestens im Alter von vier Jahren festgestellt werden, damit notwendige Förderung frühzeitig einsetzen kann. „Ob ein Kind gut ins Schulleben startet, entscheidet sich nicht erst am Tag der Einschulung. Wir müssen viel früher hinschauen,“ so Mast.

Für Mast zeigt das Startchancen-Programm von Bund und Ländern, wie diese Unterstützung konkret vor Ort ankommen kann. In der vergangenen Legislaturperiode, unter Kanzler Olaf Scholz, wurde mit dem Startchancen-Programm das größte Bildungsprogramm des Bundes auf den Weg gebracht. Insgesamt profitieren 30 Schulen in Pforzheim und im Enzkreis davon. Mast: „Was PISA bundesweit beschreibt, müssen wir vor Ort ganz praktisch angehen. Genau deshalb ist es so wichtig, dass 30 Schulen bei uns in Pforzheim und im Enzkreis zusätzliche Unterstützung bekommen. Das Startchancen-Programm setzt dort an, wo die Herausforderungen besonders groß sind. Es geht um bessere Lernbedingungen, zusätzliche Förderung und darum, Lehrerinnen und Lehrern mehr Möglichkeiten zu geben, jedes einzelne Kind zu erreichen. Wir investieren dort, wo zusätzliche Unterstützung besonders viel für die Zukunft eines Kindes verändern kann.“

Entscheidend sei dabei, möglichst früh anzusetzen. Mit Beginn dieses Schuljahres gilt erstmals auch der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder der ersten Klasse. In den kommenden Jahren wird dieser schrittweise auf alle Grundschulklassen ausgeweitet. „Der Ganztag ist für mich viel mehr als Betreuung am Nachmittag. Er schafft Zeit: Zeit zum Lesen und Rechnen, Zeit für individuelle Förderung, Zeit für Sport, Kultur und gemeinsames Lernen. Und er schafft zusätzliche Chancen für Kinder, die diese Möglichkeiten außerhalb der Schule vielleicht nicht in gleichem Maße haben. Gerade in den ersten Schuljahren können wir unglaublich viel bewirken.“

Die PISA-Ergebnisse sind für Mast deshalb kein Grund für Resignation, sondern ein klarer Auftrag: „Wir wissen, wo wir besser werden müssen. Wir müssen früh anfangen, genau hinschauen und Kinder auf ihrem gesamten Bildungsweg unterstützen – von der Kita über die Grundschule bis zum Schulabschluss. Mit besseren Kitas, dem Startchancen-Programm und dem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung gehen wir wichtige Schritte. Diesen Weg müssen wir konsequent weitergehen – bundesweit und ganz konkret bei uns in Pforzheim und dem Enzkreis“, so Mast abschließend.